Bauunternehmung Gemünden für Engagement im Klimaschutz ausgezeichnet

Für ihren Beitrag zur angewandten Forschung im Bereich Energie-Monitoring wurde die Karl Gemünden GmbH & Co. KG bei der Verleihung der Umwelt- und Klimaschutzpreise des Landkreises Mainz-Bingen mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Landrätin Dorothea Schäfer und Erster Kreisbeigeordneter Steffen Wolf überreichten die Urkunde an Tim Gemünden, der sie gemeinsam mit Professor Thomas Giel von der Hochschule Mainz entgegennahm.

Mit dem Einsatz und der Weiterentwicklung des innovativen Energiemonitoring-Gerätes „SmartTOM“ leisten Professor Thomas Giel, Experte für Technisches Gebäudemanagement an der Hochschule Mainz und die Karl Gemünden GmbH & Co. KG einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Das Energie-Monitoring unterstützt Verbraucher dabei, ihre Gebäude so energieeffizient wie möglich zu betreiben. Durch den Einsatz des SmartTOMs können bis zu 20 % des Energieverbrauchs eingespart werden. Der Name SmartTOM steht für Smart Technical Object Management.

Warum Energie-Monitoring?

Immer mehr private und gewerbliche Verbraucher setzen auf regenerative Haustechnik. Doch längst nicht immer hält die Technik das, was die Nutzer sich davon versprechen. Das Problem: Häufig ist die Haustechnik bei Inbetriebnahme von Gebäuden nicht korrekt eingestellt, weil die Energienutzungsgewohnheiten der Verbraucher und damit der tatsächliche Bedarf des Gebäudes noch nicht bekannt sind. Nutzer legen sehr unterschiedliche Schwerpunkte hinsichtlich Komfort und Energieverbrauch. Was für den einen noch mollig warm ist, erscheint dem anderen schon als kühl. Für die Energieeffizienz einer Anlage ist es aber enorm wichtig, das tatsächliche Nutzerverhalten zu kennen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt für die Energieeffizienz ist die korrekte Abstimmung der Anlagenkomponenten untereinander. Nur so kann die Anlage die benötigte Energiemenge zum richtigen Zeitpunkt aus der ressourcenschonendsten Quelle an den entsprechenden Verbrauchsort leiten. In der Regel merken Nutzer erst viel zu spät, wenn eine Anlage nicht effizient gelaufen ist so etwa beim Blick auf die Heizkostenabrechnung. Wird zum Beispiel ein Gaskessel zu großen Teilen zur Warmwasserbereitung eingesetzt, obwohl er eigentlich nur dann Wärme erzeugen soll, wenn die Leistung des regenerativen Erzeugers (z.B. Wärmepumpe) nicht mehr ausreicht, so wird deutlich mehr Gas verbraucht als bei korrekter Einstellung der Anlage nötig wäre. Konkretes Beispiel: Wenn eine Familie nur morgens und abends heißes Wasser braucht, muss die Anlage nicht mittags heißes Wasser produzieren. Das hilft weder der Umwelt, noch schont es den Geldbeutel der Verbraucher.

Als Praxispartner der angewandten Forschung trägt die Karl Gemünden GmbH & Co. KG dazu bei, ungenutzt verpuffende Energie in Gebäuden zu minimieren. Dreh- und Angelpunkt ist dabei eine Produktneuheit, das Energiemonitoring-Gerät SmartTOM. Das Gerät wurde am Fachbereich Technik der Hochschule Mainz entwickelt, die Bauunternehmung Gemünden fungiert als Praxispartner dieses angewandten Forschungsprojekts.

So funktioniert Energie-Monitoring mit dem SmartTOM

Das Energie-Monitoring-Gerät „SmartTOM“ funktioniert vom Prinzip her wie ein Langzeit-EKG. Der integrierte Rechner erfasst rund um die Uhr Sensordaten zu Energieflüssen von Gebäuden und überträgt sie an ein zentrales Monitoringportal. Dort werden die Daten ausgewertet und auf der Basis der Analysen werden die Energieanlagen des jeweiligen Gebäudes im laufenden Betrieb auf das jeweilige Nutzerverhalten hin optimiert. Außerdem meldet das System Störungen der Anlage so frühzeitig, dass diese behoben werden können, noch bevor die Nutzung des Gebäudes beeinträchtigt wird. Noch dazu ist das SmartTOM lernfähig: Treten Fehler in der Energieeffizienz auf, so werden die Daten zu Fehlertypen ausgewertet, die das System dann später eigenständig erkennt und meldet. In Zukunft soll das SmartTOM noch leistungsfähiger gemacht werden, indem bspw. Wetterprognosen mitberücksichtigt werden.

Bauunternehmung Gemünden als Partner der angewandten Forschung

Aparthotel Parkallee am Mainzer Golfclub. Bild: Marcus Steinbrücker

Ohne praktische Anwendungsgebiete könnte das Energie-Monitoring-Gerät SmartTOM nicht in der Praxis erprobt, optimiert und weiterentwickelt werden. Die Haustechnikexperten der Karl Gemünden GmbH & Co. KG übernehmen in diesem Prozess gleich mehrere Funktionen: 1. Die Anlagenmechaniker der Karl Gemünden GmbH & Co. KG bauen die SmartTOMs in der firmeneigenen SmartTOM-Werkstatt in Ingelheim-Nord gemäß der Anleitung der Hochschule Mainz selbst zusammen. Die Haustechnikexperten der Karl Gemünden GmbH & Co. KG schließen die SmartTOM-Box an die Heizungsanlagen verschiedener Gebäude in der Region an – so sind etwa die Energieanlagen des Aparthotel Parkallee am Mainzer Golfclub in Budenheim, des Golfclubhauses in Budenheim oder auch eine Wohnanlage in Ingelheim mit einem SmartTOM ausgestattet. Mit dem SmartTOM überwachen die Haustechnikexperten der Fa. Gemünden in Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern der Hochschule Mainz die Energieflüsse von Gebäuden und spüren Fehler und Optimierungspotenziale auf.