Firmengeschichte:
Mit einer Rechnung über 3 Mark fing alles an

Vor 130 Jahren markierte ein an und für sich unspektakuläres Ereignis den Anfang einer Ingelheimer Erfolgsgeschichte: Am 3. November 1884 stellte Wendel von Gemünden, Gründer der Bauunternehmung Gemünden, seine erste dokumentierte Rechnung aus. Verzeichnet ist diese im Rechnungsbuch der Gemeinde Ober-Ingelheim. Für die Ausbesserung einer Mauer in der Froschau stellte er der Gemeinde drei Mark in Rechnung. Am 18. Juli 1885 wurde die Rechnung per Zahlungsanweisung des großherzoglichen Bürgermeisters Straßburger beglichen.

Schritt für Schritt wagte Wendel von Gemünden den Weg in die Selbständigkeit. Drei seiner fünf Söhne erlernten ebenfalls das Maurerhandwerk. In seinen Anfangsjahren errichtete der Familienbetrieb vor allem Wohnhäuser. Der erste dokumentierte öffentliche Großauftrag war 1896 das alte Ingelheimer Elektrizitätswerk am Uffhubtor. Bei diesem umfassenden Projekt zeichnete die Fa. Gemünden - hier bereits unter Wendels Sohn Jean Gemünden - von der Planung bis zur Vollendung weitgehend verantwortlich. Es folgten weitere Großaufträge in Beteiligung wie beispielsweise der Bau des Bismarckturms und die Reithalle des Gutes Westerhaus.

Der erste und bis heute wichtigste Großkunde ist die Fa. Boehringer Ingelheim, für die zahlreiche Gebäude und Werkshallen errichtet wurden. „Mit der Fa. Boehringer verbindet uns eine über 100 Jahre währende Partnerschaft, die von verdientem und immer wieder zu verdienendem Vertrauen geprägt ist“  würdigt Seniorchef Dirk Gemünden die langjährige Zusammenarbeit.

Das Team um Jean Gemünden bei der Arbeit - damals gab es noch keine Helmpflicht!

Jean Gemünden erkannte die Zeichen der Zeit und setzte voll auf die damals modern gewordenen Formen der Arbeitsteilung. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs übernahm er als Mann der 1. Stunde öffentliche Verantwortung in der Funktion als Beigeordneter der Stadt Ingelheim. Gleichzeitig baute er die Fa. Gemünden nach dem Krieg wieder auf. Gemeinsam mit den Weggefährten Heinz Döhs, Polier Karl Hermann und Hans Weitzel wagte er im Wohnzimmer seines Hauses in der Grundstr. 106 den Neuanfang.

Mit von der Partie waren damals auch schon sein Sohn Karl Gemünden und dessen Frau Aenne. Der gelernte Bankkaufmann legte nach dem Krieg sein Examen als Bauingenieur ab. Mit seinem Querschnitt aus kaufmännischem und bautechnischem Know-how baute er das Unternehmen erheblich weiter aus. 1974 trat sein Sohn Dirk in seine Fußstapfen. Mit dem schlüsselfertigen Bau – bis dato führte das Unternehmen nur Rohbau aus - und der Bauträgerfirma J. Molitor Immobilien GmbH öffnete er das Unternehmen für neue Geschäftsfelder. Seit 2008 führt nun sein Sohn Tim Gemünden in fünfter Generation die Geschicke des Unternehmens und setzt insbesondere im Bereich umweltfreundlicher Haustechnik neue Schwerpunkte.

Inzwischen beschäftigt das Unternehmen, das mit einer Rechnung im Jahre 1884 seinen Anfang nahm, rund 300 Mitarbeiter. Viele Mitarbeiter haben ihre Ausbildung bei Gemünden absolviert und arbeiten seit vielen Jahrzehnten im Unternehmen. Geschäftsleitung und Mitarbeiter sind stolz auf die lange gemeinsame Geschichte.

Bild Dirk Gemünden: Andreas Taubert
Bild Tim Gemünden und Markus Allendorf: Rüdiger Mosler
Weitere Bilder: Archivbilder

Wendel von Gemünden

Wendel von Gemünden

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Jean Gemünden

Jean Gemünden

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Karl und Änne Gemünden

Karl und Änne Gemünden

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Dirk Gemünden

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Tim Gemünden und

Markus Allendorf